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So finden Sie das richtige Senioren- oder Pflegeheim

Sie brauchen einen Platz in einem Seniorenheim oder Pflegeheim? Unsere Online-Suche hilft Ihnen, passende Angebote in Ihrer Nähe zu finden


Im Pflegeheim: Gut versorgt und nicht allein im Alter

Seniorenresidenz oder Altersheim, Betreutes Wohnen oder Pflegeheim, Projekt Jung und Alt oder Seniorenstift: Wohnen und Leben im Alter wird in zahlreichen Formen und Facetten angeboten. Das macht die Auswahl nicht leichter: Welches Heim ist das richtige für mich oder meinen Angehörigen? Ist die Betreuung fachgerecht und liebevoll? Wie viel Betreuung ist überhaupt nötig – und bezahlbar? Kurzum: Wie finde ich den passenden Pflege- oder Wohnplatz?


Keine einfache Frage, denn schließlich geht es für die meisten Menschen um den letzten Umzug des Lebens, um die letzte Wohnung. Hilfe bei der Auswahl bieten unter anderem die Landkreise. In Broschüren oder im Internet werden jeweils die in der Region angesiedelten Einrichtungen vorgestellt, in sogenannten Pflegebörsen online die aktuell verfügbaren Plätze in Pflegeeinrichtungen aufgelistet. Einrichtungen in Ihrer Nähe finden Sie ganz einfach mit unserer Online-Suche.


Senioren- oder Pflegeheim suchen

Hier finden Sie ein ausführliches Suchmodul für Seniorenheime, Pflegeheime, Seniorenresidenzen und Betreutes Wohnen »

Auch Diakonie, Caritas sowie andere freie Träger und Privatanbieter informieren auf Papier oder im Internet über ihre Angebote und helfen so, den passenden Pflege- und Wohnheimplatz zu finden. Spezielle Plattformen bieten im Netz überdies ihre Unterstützung bei der Auswahl an. Der AOK-Gesundheitsnavigator beispielsweise gibt dank eines interaktiven Rechners gleich die Preise für die Unterbringung an – inklusive Kosten bei Kurzzeitpflege, Tages- und Nachtpflege sowie der Investitionskosten.

Wichtig: der erste Eindruck

Als erster grober Filter und regionale Angebotsübersicht sind diese Listen nützlich; eine persönliche Recherche ersparen sie jedoch nicht. Und die ist, zugegeben, mühevoll. Dazu gehört, den Internet-Auftritt der Einrichtung eingehend zu studieren oder das telefonisch angeforderte Info-Material durchzusehen. Bereits ihre Beschaffung ist lehrreich und gibt einen ersten Eindruck: Wie ist der Ton in der Telefonzentrale? Wird gezielt nach den Bedürfnissen gefragt? Nun geht es darum, sich vor Ort in den vorausgewählten Einrichtungen umzusehen und zu vergleichen. Am vereinbarten Besichtigungstermin sollte, sofern dies möglich ist, die Person teilnehmen, die hier eventuell einziehen wird.

Checkliste: Worauf lege ich wert?

Wichtig ist die Begleitung durch einen Angehörigen und nach Möglichkeit durch eine weitere Person des Vertrauens, welche die Betreuungseinrichtung mit einer gewissen Distanz betrachten kann. Die Vorbereitung einer Checkliste hilft, über die eigenen Bedürfnisse Klarheit zu gewinnen, sich gezielt vor Ort einen Eindruck zu verschaffen und im Beratungsgespräch die relevanten Fragen parat zu haben. Dazu gehören diese: Kann der Bewohner, wenn sich sein Pflegebedarf ändern sollte, in eine entsprechende Abteilung des Hauses wechseln? Wie viele Betreuungspersonen werden von einer Pflegekraft betreut? Welche Pflegeleistungen werden angeboten? Kann der Angehörige sich an der Pflege beteiligen? Ist der Speiseplan abwechslungsreich? Dürfen eigene Möbelstücke mitgebracht werden? Welche Aktivitäten, einzeln oder in der Gruppe, werden angeboten? Sind die Räumlichkeiten ansprechend und behaglich? Wie ist die Stimmung auf den Fluren? Was sagen Bewohner über ihre Senioreneinrichtung? Oder deren Angehörige? Schließlich die Kardinalfrage für den, der umzieht: Können Sie sich vorstellen, hier langfristig zu wohnen und sich wohlzufühlen? Probieren Sie es aus: Wohnen Sie, sofern dies möglich ist, ein bis zwei Wochen zur Probe. Eine Checkliste zum Ausdrucken finden Sie hier.


Für Pflegeheime wurde Mitte 2009 eine Art Qualitätscheck geschaffen: Mitarbeiter des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) bewerten seitdem die Pflegeheime in Deutschland nach einem Schulnoten-System. Noch sind längst nicht alle Einrichtungen geprüft, doch auf der Internetseite des MDK lassen sich schon die Noten für bereits geprüfte Pflegeheime herausfiltern. Die Schulnotenvergabe kann als eine erste Richtschnur dienen. Von den Experten wird sie in ihrer Aussagekraft zum Teil allerdings kritisch beurteilt, außerdem zieht nahezu jede schlechte Note beinahe reflexartig eine juristische Auseinandersetzung über die Rechtmäßigkeit der Veröffentlichung im Internet nach sich. Das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen entschied unlängst: Der Gesetzgeber habe den schnellen Start des neu geschaffenen Instruments zur Transparenzherstellung trotz der bestehenden Unsicherheiten gewollt und das Informationsbedürfnis der Pflegebedürftigen in den Vordergrund gestellt.

Rechtzeitig Gedanken machen

Dieses Informationsbedürfnis ist aber offenbar in weiten Teilen der Bevölkerung noch unterentwickelt. Die meisten Menschen befassen sich mit dem Thema Wohnen und Leben im Alter erst, wenn es sich nicht mehr vermeiden lässt: weil der Ehepartner von heute auf morgen pflegebedürftig wird; weil sich beim Besuch der betagten Mutter nicht mehr übersehen lässt, dass diese mit dem großen Haus hoffnungslos überfordert ist; weil der eigene Alltag nur noch mit großen Mühen selbstständig zu bewältigen ist. Fast jeder wünscht sich, auch im Alter in der gewohnten Umgebung wohnen zu bleiben. Nur im äußersten Notfall, wenn die häusliche Pflege und Versorgung nicht oder nicht mehr möglich ist, wird umgezogen – und dann ausgerechnet an den Ort, wohin man nie wollte: ins Pflegeheim. Der Super-GAU für viele Betroffene und Angehörige. Der Anfang vom Ende, wie es oft heißt.


Können Sie sich vorstellen, einmal in einem Pflegeheim zu wohnen?

Diese Erfahrung kann man vermeiden oder zumindest abmildern, wenn man sich rechtzeitig mit der Frage „Wie will ich im Alter leben?“ befasst. Leicht gesagt. Wer setzt sich in jüngeren Jahren schon gern mit seiner Vergänglichkeit auseinander? Sicher ist wohl: Je früher man über Lebens- und Wohnmodelle im Alter nachdenkt, desto mehr Wahlmöglichkeiten bieten sich, desto leichter fällt es, später die richtige Seniorenresidenz zu finden. Wer bereits pflegebedürftig ist, für den wird es schwieriger, etwa in einer Anlage des Betreuten Wohnens unterzukommen.

Betreutes Wohnen: Alternative zu Senioren- und Pflegeheim

Betreutes Wohnen ist eine Form des Wohnens im Alter, geeignet für ältere Menschen, die selbstständig leben wollen, aber bei Bedarf schnell und zuverlässig Hilfe zur Verfügung haben möchten. Denn im Notfall stehen neben dem Grundservice alle Hilfen zur Verfügung. Das kann bei einer Erkrankung beispielsweise vorübergehend eine ambulante Pflege sein. Bei Einzug muss der Bewohner in der Lage sein, seinen Haushalt eigenständig zu führen. Eine betreute Wohngemeinschaft wiederum ist vor allem für pflegebedürftige Senioren passend. Sie besteht in der Regel aus einer kleinen Gruppe hilfs- oder pflegebedürftiger Menschen, die im Idealfall ihrem alten Wohnviertel leben und ihren Personalbedarf selbst bestimmen. Die Pflegebedürftigen oder deren persönliche Vertreter sind „Hausherren“, die Betreuer und Pfleger sind Dienstleister.

Nach Angaben des Sta­tis­tischen Bundes­amtes wird im Jahr 2050 jeder dritte Bundesbürger 60 Jahre oder älter sein. Mit dem Alter steigt das Risiko, von Hilfe und Pflege abhängig zu werden. Heute werden pflegebedürftige Menschen überwiegend durch ihre Angehörigen zuhause versorgt. Doch die Nachkommen werden immer weniger. Die demo­grafische Entwicklung erfordert also neue, zukunftsfähige Wohn- und Lebenskonzepte für ältere Menschen. Das Kuratorium Deutsche Altershilfe beispielsweise setzt auf sogenannte Quartierskonzepte. Das sind altersgerechte Wohnangebote im Quartier (Dorf, Gemeinde oder Stadtteil) durch barrierefreie Neubauten oder eine barrierearme Anpassung des vorhandenen Wohnraums. Daneben soll eine engmaschige Infrastruktur für die Versorgung im Alter geschaffen werden. Das ist noch weitgehend Zukunftsmusik.

Längst Realität sind hingegen Rentnersiedlungen wie Sun City in der Wüste von Arizona. Dort darf nur wohnen, wer 55 oder älter ist. Die Stadt nahe Phoenix ist ganz auf die Bedürfnisse seiner rund 40.000 Senioren ausgerichtet, mit Golfplätzen, Fitnessanlagen, Schwimmbädern und einem üppigen Healthcare-Angebot. Das rheumafreundliche Klima und die vergleichsweise moderaten Preise für diesen Platz an der Sonne sind ebenso verlockend wie die Aussicht, sich in einer Reinkultur älterer Mitbewohner ewig jung fühlen zu dürfen. Der Abgleich mit der schnöden Wirklichkeit wird übrigens durch strenges Regelwerk vermieden: In Sun City ist Verwandtenbesuch nur an 30 Tagen im Jahr geduldet.



Ingrid Kupczik / www.senioren-ratgeber.de; 03.09.2009, aktualisiert am 02.02.2012
Bildnachweis: John Foxx Images

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